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Ein paar Empfehlungen von uns und unseren LeserInnen:

 

Mitgutsch Anna, Wenn du wiederkommst

 

Sie wollten vernünftig lieben, mit Maß und Respekt. Leidenschaftlich und doch voller Achtung für die Freiheit des anderen. Ein ganzes Leben haben Jerome und die Erzählerin von Anna Mitgutschs neuem Roman gebraucht, um ein Liebespaar zu werden, das den eigenen hohen Ansprüchen genügt. Doch dann stirbt Jerome plötzlich, und die Erzählerin versucht mit einer eindringlichen, bewegenden Totenklage, das Versprechen eines Neuanfangs einzulösen, über den Tod hinaus.

Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, eher das Versprechen von Verlässlichkeit: zwei Menschen, einander nah und vertraut wie Geschwister. Diese Nähe ist so stark, dass sie die dunklen Seiten ihrer Liebe und Ehe, Untreue, ihre einander oft ausschließenden Obsessionen und sogar die scheinbar endgültige Trennung übersteht. Jetzt, lange Jahre später, sieht es so aus, als gäbe es die Möglichkeit, noch einmal ganz neu anzufangen. Da geschieht das Unfassbare. Jerome stirbt. Verzweifelt versucht die verlassene Erzählerin, gegen die Realität des Todes aufzubegehren. Sie kämpft, als könnte sie den Toten zurückholen oder ihm wenigstens ein letztes Wort, ein Zeichen seiner Liebe abringen. Sie klammert sich an die verheißungsvolle letzte Begegnung, den letzten gemeinsamen Augenblick, die letzten Worte beim Abschied am Flughafen von Boston. Sie beschwört die Glücksmomente wie auch die gegenseitigen Verletzungen in ihrer langen Liebesgeschichte. Den gesellschaftlichen Ritualen der Trauer, den Bemühungen der Verwandten, ihr die Bedeutung als Ehefrau abspenstig zu machen, steht sie wehrlos gegenüber. Und doch gelingt es ihr in der gemeinsamen Trauer mit der erwachsenen Tochter, die Beziehung zum Ehemann und zum Vater in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit lebendig werden zu lassen.

 

Lodge David, Wie bitte?

Als Desmond Bates noch hören konnte, hatte er sich oft nach Stille gesehnt. Jetzt, da er taub wird, ist die Stille ohrenbetäubend. Wer nichts hört, wird überhört. Es ist, als würde ihn das Leben links liegenlassen – und auch noch lachen. David Lodge hat einen komischen und bewegenden Roman über die wichtigsten menschlichen Eigenschaften geschrieben. Das Sprechen und das Zuhören.

Der Literaturprofessor Desmond Bates hat sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen, aber genießen kann er den nicht. Er vermisst die Universitätsroutine und seine Studenten, er hat jede Neugierde verloren.
Seine jüngere Frau Winifred macht hingegen eine späte Karriere und blüht geradezu auf, was dazu führt, dass Desmond mehr und mehr auf die Rolle eines Anhängsels reduziert wird. Winifreds jugendlicher Enthusiasmus macht Desmond den zwischen ihnen stehenden Altersunterschied nur noch schmerzlicher bewusst. Sorgen macht er sich außerdem um seinen greisen Vater, einen ehemaligen Tanzmusiker, der eigentlich längst nicht mehr in der Lage ist, allein zu wohnen, sich aber beharrlich weigert, sein Haus zu verlassen und in ein Heim zu ziehen. Doch es ist vor allem anderen der schleichende Verlust seines Gehörs, der Desmond das Leben vergällt und ihn immer wieder in peinliche Situationen und eheliche Konflikte treibt. Auf Gesellschaften und in größeren Gruppen ist er außerstande, sich zu unterhalten.
Durch eine dieser peinlichen Situationen lernt er unfreiwillig eine Studentin kennen, die ihn mit ihrer gefährlichen Unberechenbarkeit vollends aus der Bahn zu werfen droht.

WIE BITTE? ist eine große menschliche Komödie, die bewegende und brillant erzählte Geschichte eines Mannes, der dem Tod einen Schritt entgegenkommt.

 

 

Laher Ludwig, Einleben

 

Ginge es nach der Statistik, dann dürfte die kleine Steffi eigentlich gar nicht existieren: Dann hätte ein Arzt im Rahmen des Schwangerenuntersuchungsprogramms die Diagnose "Down-Syndrom" gestellt und ihrer Mutter Johanna eine Abtreibung nahegelegt. Doch Steffi, so scheint es, hat diese Logik erfolgreich hintertrieben und ist da, samt ihrem atypischen Chromosom.
Das Einleben beider, des etwas anderen Kindes in diese Welt und seiner Mutter in den Alltag mit Steffi samt allen Konsequenzen, die sich daran knüpfen, formt Ludwig Laher zu einem vielschichtigen Roman, einem Geflecht aus eindringlichen Momentaufnahmen, tastenden Reflexionen, unerwarteten Bezügen und überraschenden Wendungen.
Ohne moralische Besserwisserei und sentimentale Ungenauigkeiten lädt Laher die Leserschaft ein, ihn auf seiner abenteuerlichen Gratwanderung zu allerlei Wägbarkeiten zu begleiten. Mit der ihm eigenen "mitreißenden Diskretion" - so ein Kritiker über Ludwig Lahers letzten Roman Und nehmen was kommt - nähert sich der Autor so einer der großen Herausforderungen, mit denen uns die modernen Wissenschaften konfrontieren.

 

 

Das süße Messer: Eine Novelle

 

Was weißt du denn schon von der Liebe? Mit diesem Vorwurf ihrer Tochter beginnt der Tag für Ute Cantz. Sie wird ihn nicht mehr vergessen, und das nicht nur, weil es der Vorabend ihres fünfzigsten Geburtstags ist. Am Ende dieses Tages wird sie einiges mehr von der Liebe wissen als zuvor.
Durch ein kleines, aber folgenreiches Missgeschick in einer Tiefgarage tritt mit Nachdruck ein Mann in ihr Leben, der dort auch bleiben möchte. Aber da ist schon ein anderer, der sich noch lange nicht zurückziehen wird oder doch? Ute Cantz ist Kunsthistorikerin, offen für das Schöne und Überraschende, und es sieht ganz so aus, als würde sie sich mutwillig auf ein Risiko einlassen, das bedeutet: Soll doch das Leben selbst entscheiden, wo es mit ihr hinwill.
Die Sehnsucht und die Gefährdungen der Liebe fängt Jochen Jung auf, indem er seine Geschichte mit einer staunenswerten Vielstimmigkeit erzählt, leicht und mit Schwung, witzig und einfühlsam und offenbar selber neugierig auf das, was Liebe sein kann.

 

 

 

Vater Morgana: Eine persische Familiengeschichte

 

Das Buch ist eine großartige Mischung aus Kabarett, Satire, und Slapstick. Als Leser hat man auf jeder Seite etwas zu lachen und man hat dabei das Gefühl, Herr Niavarani würde neben einem sitzen und die Geschichte selbst erzählen.

 

Die Geschichte, die dem Leser da aufgetischt wird, ist völlig absurd und kann nur damit begründet werden, dass diese deutsch-österreichisch-amerikanisch-schwedisch-britisch-persische Sippe komplett verrückt ist. Umso skurriler ist daher die Tatsache, dass sie zum großen Teil autobiografisch ist.

 

 

 

Die Farben der Insel

 

Die Malerin Karitas lebt allein und zurückgezogen in einem kleinen Dorf an der Küste. Ihre Kinder sieht sie nur selten, Sigmar, ihren Mann, fast gar nicht. Auch ihre künstlerische Karriere will nicht voranschreiten, zu unverständlich und düster wirken ihre Bilder auf die Dorfbevölkerung. Doch Anfang der fünfziger Jahre ändert sich die Lage. Karitas reist nach Paris, um dort neue Inspirationen für ihre Kunst zu erhalten. Zurück in Island findet sie endlich die Anerkennung, die sie verdient. Kann sie Sigmar jetzt auch an ihrem Leben teilhaben lassen?

 

"Die Farben der Insel" ist die Fortsetzung der Lebensgeschichte der isländischen Künstlerin Karitas und ihrer Familie. Legte Die Eismalerin den Grundstein, so ist der neue Roman die Vollendung. Hier entfaltet die Geschichte einer Frau, die trotz vieler Hindernisse ihren Weg geht, ihre ganze Faszination. Besonders wird dieser Roman vor allem durch seine Hauptfigur Karitas, deren Handlungen und Lebensweise nicht immer leicht zu verstehen sind, die ihre Mitmenschen braucht, sie aber auch gnadenlos vor den Kopf stösst

 


 

 

 

 

Weitere aktuelle monatliche Buchtipps , die gemeinsam von der STUBEund dem Österreichischen Bibliothekswerk erstellt wurden, sind online und laden zum Schmökern ein:

 

http://www.biblio.at/literatur/buchtipp/2010/buchtipps.html

 

 

 

Dank der Zusammenarbeit von Wissenschaftern der Bayerischen Staatsbibliothek, der Historischen Kommission bei der Bayer. Staatsbibl., der Österr. Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Histor. Lexikon der Schweiz sind fundierte Biographien mit den Fundstellen von Persönlichenkeiten der Geschichte, Kunst, Phiosophie, Technik etc. aus dem dem deut. Sprachraum unter www.biographie-portal.eu zu finden

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